Forschungsprofil

Der Fokus meiner sprach- und medienwissenschaftlichen Arbeit der letzten Jahre fokussiert Sprache bzw. Medien als Mittel der Kommunikation. Mein Interesse gilt damit insbesondere dem Zusammenspiel von sprachlichen Formen sowie Handlungsmustern und Wissensschemata (Form-Funktions-Korrelaten) im Kontext unterschiedlicher gesellschaftlicher Institutionen und Domänen.

Methodologisch orientiere ich mich dabei an den Ansätzen und Untersuchungsräumen der Pragmatik, Text- und Diskurslinguistik, der (Frame-) Semantik, der Soziolinguistik und Fachsprachenforschung, der Ethnomethodologie und interaktionalen Gesprächsforschung sowie der Korpuslinguistik bzw. computergestützten Datenanalyse und kontrastiven Medienlinguistik. Meine bisherigen Forschungsansätze versuchen einerseits gesellschaftliche Makro- oder Diskursebene und interaktionale Kommunikation auf der Mikroebene miteinander zu vermitteln, andererseits computergestützte Verfahren der Sprachmusterberechnung komplementär für die Erweiterung qualitativer, linguistischer Hermeneutik fruchtbar zu machen (Digital Humanities).

Meine Forschungsprojekte sind dabei in aller Regel interdisziplinär ausgerichtet und bedienen sich Ansätzen insbesondere aus den Kognitionswissenschaften und Psycholinguistik, der Soziologie, der Medienwissenschaften, dem Recht sowie der Computerlinguistik. Im Zentrum der Untersuchungen stehen meist sprachliche Zeichen (einschl. Bild und Ton) als Spuren sozialer Konfliktdynamik, von Verstehens- und Missverstehensprozessen und von gesellschaftlichen Asymmetrien. Ziel ist ein Beitrag nicht nur zum Verständnis der damit verbundenen Prozesse, sondern auch die empirisch fundierte Entwicklung von Paradigmen oder Konversationsmaximen für eine demokratische Kommunikation.

In der Genese betrachtet spiegelt sich dieses Erkenntnisinteresse in den bisherigen sowie aktuellen Forschungsprojekten: Von der Analyse der sprachlich-medialen Zubereitung der "Pariser Unruhen" 2005 über die Linguistik rechtlicher Normgenese am Beispiel der Online-Durchsuchung bis hin zu aktuellen Projekten zu sprachlichen Konstituenten von Nationenstererotype und -vorurteilen, zur Konfliktlinguistik 2.0. – Personalität und Konfliktdynamik in der Internetkommunikation virtueller sozialer Gruppen am Beispiel der Wikipedia oder zum Verhältnis von Sprache und Demokratie.

Sie haben Kritik oder Anregungen zu meiner Forschungsarbeit, dann schreiben Sie mir. Ich freue mich über jeden (inter-)disziplinären Austausch.
 

Arbeitsschwerpunkte

  • Fachkommunikation und Wissenstransfer, Textarbeit und empirisch fundierte Methodenlehre in Rechtswesen und Justiz
  • Computergestützte, quantifizierende Zugänge zu sprachlichen Handlungs- und Interaktionsmustern als komplementäre Verfahren zu qualitativer Hermeneutik und Ethnographie; Methoden/Infrastrukturaufbau
  • Sprache und Wissen: Diskurslinguistik und (kontrastive) linguistische Imageanalyse
  • Sozialsemiotik und Soziogrammatik computervermittelter Kommunikation
  • Missverstehen, Konflikte und Verfahren ihrer Bearbeitung
  • Ansätze linguistischer Demokratie- und Partizipationsforschung
     

Laufende Forschungsprojekte

  • CAL2 - International Research Group Computer Assisted Legal Linguistics (Bündelung und internationale Vernetzung computergestützter Rechtslinguistik; EU-Antrag in Vorb.)
  • Sprache und Semantik des Arbeitsrechts in Deutschland und Großbritannien (Case Law) - Grundlagen eines European Law Corpus (2015-2017, RISC-Projekt, finanziert von Universität Freiburg und Land Baden-Württemberg, 50.000 €)
  • Sprache und Demokratie (Tagung 2014 gem. mit Clemens Knobloch; Themenausgabe bei Linguistik-Online 2015; DFG-Forschungsgruppen-Antrag in Vorb.)
  • „Vom corpus iuris zu den corpora iurum“ – Konzeption und Erschließung eines juristischen Referenzkorpus (JuReko) (2014-2017, finanziert von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften Baden-Württemberg, 180.000 €;
  • Deutsch-Chinesischer Imagereport – Kontrastive linguistische Imageanalyse (KLIma) auf Basis von Massendaten in Kooperation mit Prof. Dr. Jia Wenjian / Beijing Foreign Studies University (finanziert von BMBF und CSC, 55.000 €; Verlängerungsantrag eingereicht)
  • Die Konzeptualisierung des 'Digitalen' und des 'Computers' in Linguistik, Theologie, Medizin und Recht - Eine kontrastive Untersuchung zur Fachkommunikation ausgewählter Domänen
  • Konfliktlinguistik 2.0 – Soziogrammatik computergestützter Kommunikation am Beispiel der Wikipedia
  • Computergestützte Verfahren und Werkzeuge zur semiautomatischen Analyse diskursiver Semantik: Entwicklung von „LDA-Toolkit“ sowie „ExploDika“ zur semiautomatischen Kotextkontrastierung und explorativen Diskurskartographie
  • Virtual Privacy – Grundlagen der digitalen Selbstverteidigung im Zeitalter von Überwachung und Kryptographie (Homepage, Veranstaltungsreihe in Koop. mit dem Chaos-Computer-Club, laufende Befragungsstudie zur Rolle von Kryptographie an Universitäten und Schulen)
  • Tierstereotype – Zur kulturellen Semantik des ‚Tierischen‘ in Sprichwörtern und usuellen Wortverbindungen. Eine korpusgestützte Phrasemanalyse
     

Abgeschlossene Forschungsprojekte

  • Leben in der Digitalität – Der kommunikative Gebrauch von Smartphones (Teaching Fellowship; überregionale Berichterstattung), 2014
  • Juristische Korpuspragmatik – Korpuslinguistische Zugänge zu juristischer Dogmatik (FRIAS-Tagung 2013, FRIAS-Band (Hg.) 2015; Monographie Vogel/Christensen/Pötters 2015), 2012 – 2014
  • Linguistische Imageanalyse (LIma). Computergestützte Zugänge zu Nationen- und Ethnostere-otypen in Medien auf Basis von Großtextkorpora an Beispiel der Türkei und Ungarns, 2010 – 2011
  • Linguistik rechtlicher Normgenese. Theorie der Rechtsnormdiskursivität am Beispiel der Onli-ne-Durchsuchung (Monographie 2012), 2009 – 2011
  • Heidelberger Korpus (Technische Leitung des Projektes; konzeptionelle Projektleitung gem. mit E. Felder und M. Müller; Sammelband (Mithrsg.) 2012), 2008 – 2011
  • Linguistische Mediendiskursanalyse zu den Ereignissen in den Pariser Vorstädten 2005 (Monographie 2009), 2008 – 2009


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