Forschung

Der Fokus meiner sprach- und medienwissenschaftlichen Arbeit der letzten Jahre fokussiert Sprache bzw. Medien als Mittel der Kommunikation. Mein Interesse gilt damit insbesondere dem Zusammenspiel von sprachlichen Formen sowie Handlungsmustern und Wissensschemata (Form-Funktions-Korrelaten) im Kontext unterschiedlicher gesellschaftlicher Institutionen und Domänen.

Seit 2012 arbeite ich an computergestützten Ansätzen zur Untersuchung juristischer Sprache und Semantik. Seitdem sind daraus zwei laufende Drittmittelprojekte sowie die Internationale Forschungsgruppe zu "Computergestützter Rechtslinguistik" (International Research Group Computer Assisted Legal Linguistics, CAL2) hervorgegangen.

Das Projekt widmet sich den sprachlichen und multimodalen Mustern konfliktärer Interaktion in der Internetkommunikation. Im Fokus stehen die Selbst- und Fremdpositionierungen rivalisierender Gruppen in der Wikipedia, wie sie im technischen Rahmen der Mediawiki-Software sowie unter Rückgriff medial-schriftlicher, piktografischer, auditiver wie audiovisueller Formen konstituiert und verhandelt werden.

Gibt es einen allgemeinen Orientierungsrahmen für normative, linguistische Aussagen, eine Art Kompass zur sprachwissenschaftlichen Bewertung gesellschaftlicher Verhältnisse? Was haben Demokratie, Menschenrechte und Sprache miteinander zu tun? Was sind die Möglichkeitsbedingungen für demokratisches Sprechen? Diesen und ähnlichen Fragen widmet sich das Arbeitsprojekt "Sprache und Demokratie".

Gegenstand ist die kontrastive Untersuchung der Nationenstereotype Deutschlands sowie Chinas in chinesischen bzw. deutschsprachigen Print- und Onlinemedien auf Basis von linguistischen Imageanalysen (KLIma) und sehr großer Textkorpora. Ziel ist das Transparent-Machen der jeweiligen Länderimages in einem „Chinesisch-Deutschen Imagereport“ (CDI), der als Grundlage für eine empirisch fundierte Politik- und Wirtschaftsberatung dienen kann.

Das Homepage-Projekt widmet sich den Folgen aktueller staatlicher Überwachung für die alltägliche digitale Kommunikation, klärt präventiv auf und vermittelt praktische Fähigkeiten zur "Digitalen Selbstverteidigung", insbesondere Techniken der Kommunikationsverschlüsselung.

Mit LDA-Toolkit, ExploDika, Corpustransformer und anderen Tools beteilige ich mich an der Entwicklung von (generell als Freeware lizensierten) Softwareprogrammen zum Einsatz in der diskurslinguistischen Forschungspraxis. Die Werkzeuge sollen für Forschung und Lehre gleichermaßen, d.h. ohne Programmierkenntnisse einsetzbar sein.

In meinem Arbeitsumfeld entstehen Dissertationen zu medien- und rechtslinguistischen Themen.Hier finden Sie nähere Informationen zu derzeit laufenden Dissertationsprojekten (Erst- und Zweitbetreuer) sowie Informationen zu offenen Dissertationsthemen. Wenn Sie sich für ein Dissertationsprojekt interessieren, stehe ich gerne beratend und ggf. auch als Betreuer zur Verfügung.

Die juristische Textarbeit im Kontext der Gesetzgebung ist aus rechtslinguistischer Perspektive ein bislang unbearbeitetes Forschungsfeld. Hier setzt die vorliegende Studie an: Am Beispiel der Norm(text)genese der sog. „Online-Durchsuchung“ arbeitet sie empirisch die vielfältigen diskursiven Verknüpfungen und handlungsleitenden Konzepte der verschiedenen Akteure heraus. Berücksichtigt werden hierfür über 1000 Texte aus den Kommunikationsbereichen der Legislative, Exekutive, Judikative, Rechtswissenschaft und der Medien.

Wie lassen sich mit dem Werkzeug der Linguistik globale Mediendiskurse angemessen beschreiben? Dieser Frage geht das Projekt am Beispiel einer ausführlichen Analyse zur Medienberichterstattung zu den sog. "Unruhen in den französischen Banlieue" 2005 nach.

Das "Heidelberger Korpus" ist ein thematisch zusammengestelltes, datenbankgestütztes und digital aufbereitetes Textkorpus zur interdisziplinären Untersuchung gesellschaftlicher Diskurse.